behandlungsfreie bienenhaltung

Kann ich Arbeitsanweisungen "einfach so" immer und überall übernehmen? Oder warum ist es wichtig regionalen Besonderheiten zu beachten.

Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » Sa 2. Apr 2016, 20:15

hallo zusammen!

ich komme gerade von den bienen.

es zeichnet sich nun ab, dass es heuer zu einem reichlichen honigsegen kommt.

wie auch immer.............................unter dem Motto:

erfolgreich, ist derjenige, der bekommt was er er will.....................................................glücklich, ist derjenige, der will was er bekommt.

in dem sinne wünsche ich den einen viel erfolg...........................................den anderen viel glück!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

lg sulz.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » Mo 11. Apr 2016, 20:15

hallo zusammen!

heute war ein schöner bienenarbeitstag.

nachdem ich nun gesehen habe, wie es meinen bienen geht, habe ich nun eine kurskorektur beschlossen.

bissher, habe ich die Behandlung der bienen gegen die varroamilbe empfohlen.

seit heute, empfehle ich eher die behandlungsfreie bienenhaltung. insbesondere all denen, wo gewillt sind, auf eine honigernte wärend der Übergangszeit zu verzichten.

über das wie, lässt sich streiten. jedoch wer nur mit einem Bienenvolk beginnt, kann das Risiko gut im griff haben.

bildlich erklärt: wie eine Sanduhr, welche neu gestartet wird. oben die (noch) behandelten völker, unten die unbehandelten völker. wenn es nicht klapt, dann kann zu jeder zeit abgebrochen werden.

diese Umstellung wird jahre dauern, aber nachkommende imkergenerationen können sich dann den noch folgenden Problemen stellen, ohne sich mit "Altlasten" herumzuschlagen.

eine jede reise beginnt mit dem ersten schritt...........................................die überlebensreise, der bienen-imker, wird hoffentlich noch recht lange dauern.

lg sulz.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Manuel » So 17. Apr 2016, 00:01

Hallo Sulz,

es freut mich sehr diese Botschaft von dir vernehmen zu dürfen!!

Das macht mir und anderen auch Mut diesen Weg weiter zu beschreiten, zum Wohle der Bienen!!!

Ich habe am Montag, eine Völkerdurchschau mit dem Bieneninspektor vor mir, bei meinem Heimstand mit einem Teil der ältesten Völker. Wir haben wieder einmal ein Sauerbrut-Sperrgebeit und ich bin voll drin. Da bin ich gepannt was dabei rauskommt...

Ist für ihn und seine Assistentin das erste mal, dass sie mehrjährig unbehandelte Bienenstöcke vor sich haben. Ich hoffe auf eine Signalwirkung im konstruktiven Sinne!!
"Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

in diesem Sinne herzliche Grüsse
Manuel
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Udo » So 17. Apr 2016, 07:16

Liebe @alle, leeven Sulz,

Sulz hat geschrieben:...bissher, habe ich die Behandlung der bienen gegen die varroamilbe empfohlen

seit heute, empfehle ich eher die behandlungsfreie bienenhaltung. insbesondere all denen, wo gewillt sind, auf eine honigernte wärend der Übergangszeit zu verzichten.



...diese Behandlungs-Empfehlung ist mir gar nicht aufgefallen, habe ich da was verpasst? :zwinker:

Auf mindestens eine Ernte muss man sicher verzichten, manchmal auch auf mehr. Ich denke es kommt auf den Zustand des jeweiligen Volkes an.

Nehme ich einem kranken Volk auch noch das letzte weg, darf ich mich nicht wundern wenn der Exitus folgt.
Je stärker und vitaler ein Volk ist, um so einfacher wird es sich des Überschusses zu bedienen, ohne es zu gefährden.

Es ist nicht die Tatsache "dass" man den Bienen den Honig abnimmt, sondern wann man ihnen den "Lohn ihrer Arbeit" klaut.
Wenn sie genug davon haben, stresst es sie überhaupt nicht, das ist jedenfalls meine Erfahrung.

Es ist egal wo und wann man diese Erkenntnis anwendet, es bleibt sich immer gleich.
Nimm einem Armen alles weg und er wird krank oder kommt sogar um. Greifst du aber einem Reichen in die Tasche, dann ist er vielleicht ein bisschen sauer, mehr aber auch nicht.
Herzliche Grüße
Udo


Wenn du dich zu 100% auf die Tiere einlässt, dann wirst du feststellen daß du dich von den Menschen immer mehr entfernst.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » Fr 22. Apr 2016, 21:32

hallo Udo!

so klar habe ich das behandeln zwar nie empfohlen, aber das nicht behandeln auch nicht.

@ an alle:

ich empfehle das nicht behandeln, nur unter folgenden Bedingungen.

-mit EINEM Volk beginnen.................................jedes jahr ein weiteres dazustellen.

- nur mit einem Betriebssystem arbeiten, wo hilfebedürftigen völker, mit futterwaben geholfen werden kann ( ist nur mit rahmen möglich).

lg sulz.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Manuel » Mo 2. Mai 2016, 23:08

Hallo Sulz,

du fragtest wie es bei mir mit dem Ausräumverhalten im Verlaufe der Jahre ausschaut.

Ich sehe nach wie vor auch bei den Völkern im vierten behandlungsfreien Jahr ausgeräumte Brut, vorwiegend Arbeiterinnenpuppen und Drohnenpuppen. Von der Menge her und den Standorten gibt es nach meinen momentanen Beobachtungen nicht wirklich Unterschiede, überall wird in etwa die gleiche Mengen ausgeräumt, soweit ich das beurteilen kann.

Die Völker varieren sehr stark was die Volksstärke anbelangt, wobei die Schwärme aus den unbehandelten Völkern der letzen Jahre, mit Abstand die stärksten sind. Die Muttervölker sind von der Tendenz her eher etwas kleiner.
Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass ich die Schwärme von Anfang an mit Brut- und Honigraum ausgestattet habe, und die Muttervölker erst nach dem Winter den Honigaufsatz.

Na bei uns geht jetzt die Post ab und ich freue mich schon auf die Schwärme, die Kästen sind bereit :)
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in diesem Sinne herzliche Grüsse
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » So 27. Nov 2016, 18:40

hallo Christian!

das abräumen der Milben, kommt nun recht häufig bei meinen Bienenständen vor. (kontrolle auf bissschäden, steht noch aus)

Volk nr. 16, zeigt jedoch dieses verhalten nicht. seit 3 jahren, ist dieses aber das " beste" Volk. die wehrhaftigkeit, hat diesen sommer nun deutlich nachgelassen.

meine frage:

-1.wäre es nun besser, das nr 16, für zuchtmütter mit standbegattung zu verwenden.

-2 oder wäre es besser, von diesem Volk F1 zu produzieren, und damit die Belegstelle zu besiedeln? ( frühestens 2018)

wie sinnvoll, wäre variante 2, ohne eine vorgehende "geschwisterprüfung"?

es sieht zwar nicht danach aus, dass ich in den nächsten jahren, für eine intensive zucht zeit habe......aber vielleicht bekomme ich hilfe, und dann wäre schon einiges "vorgearbeitet"

lg sulz.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Christian » Mo 28. Nov 2016, 00:07

Servus sulz,

Auf jeden Fall Nr. 2. Hier ist ja eine Möglichkeit Nr. 1 inkludiert! Jedenfalls eine möglichst große Tochtergruppe machen, damit Du erstens noch eine Vorselektion machen kannst (Keine Varroaschäden im Herbst 2017 und Frühjahr 2018) und zweitens genug Vatervölker dann überbleiben, denn nur mit Drohnen in Massen hast Du eine möglichst sichere Anpaarung mit den gewünschten Drohnen! Wenn der Belegstellenplatz ziemlich sicher ist, sollten es schon +/- 10 Vatervölker sein. 100%ige Sicherheit gibt es am Festland nirgendwo. (Ich habe zwischen 20 und 30 Drohnenvölker bei 6km bienenfreien Radius im Gebirge. Die völker außerhalb des Radius sind mit meinem Material umgeweiselt.) Du kannst ja Töchter von Nr. 16 auch an Nachbarimker verteilen. Dann weißt Du gleich, ob die Eigenschaft "wenig Varroen zu haben" auch unter anderen imkerlichen Bedingungen funktioniert.
Möglicherweise hat dieses Volk ein gutes VSH. Das Akronym ist nicht mehr ganz vollständig = Varroen haben keine oder deutlich reduzierte Nachkommen. Zu diesem Thema magst du vielleicht die Worte "John Harbo VSH " googeln. Das meiste ist zwar in englisch, aber da ja eine Verwandte von Dir Biologin ist, dürfte das auch kein Problem sein. ;-))
Ich versuche in den nächsten Jahren die Eigenschaft VSH mit dem Abbeißen und unserem HV zu verbinden. (Belegstelle und künstl. Besamung. Da hab ich wieder mächtig Spannendes vor mir.

lg Christian
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » Di 29. Nov 2016, 22:52

danke Christian, für deine antwort!

mit diesen Infos, ist es für mich einfacher zu entscheiden.

lg sulz.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » So 31. Dez 2017, 12:37

hallo zusammen!

der letzte tag im jahr, wird häufig für einen jahresrückblick verwendet. ich mache nun einen "Internet" Rückblick.

begonnen 2012. für mich war es eine spannende und lehreiche zeit.
über bienen, konnte ich zwar sehr wenig lernen, jedoch recht viel über menschen.

meine "Internet zeit" geht nun dem ende entgegen.

die behandlungsfreie bienenhaltung, ist eine Sache für sich. meiner Meinung nach, spielen viele Faktoren eine rolle....weder kleine, noch grosse zellen, noch naturbau, oder strohkörbe, Klotzbeuten, Bücherskorpion, usw....entscheidend, ist wohl das lernen aus dem nicht behandeln.

mein dank, gillt allen, wo etwas dazu beigetragen haben....vor allem Udo gerth, für seine "menschliche" Unterstützung, und Christian wurm, für sein "fachliches" wissen.

ich wünsche allen, einen guten rutsch, und nur das allerbeste im neuen jahr. :-))
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