behandlungsfreie bienenhaltung

Kann ich Arbeitsanweisungen "einfach so" immer und überall übernehmen? Oder warum ist es wichtig regionalen Besonderheiten zu beachten.

Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Manuel » So 6. Sep 2015, 23:58

Nun da kommt einiges zusammen... Die Aussage, dass 90% sterben müssen das 10% Überleben können, wenn ich das so gesagt habe, dann bin ich da einem grossen Irrtum unterlegen!!!

Ich habe unterdessen Imker kennengelernt die haben im gleichen Jahr angefangen wie ich mit behandlungsfreier Bienenhaltung und hatten, haltet euch fest keinerlei Winterverluste!!! In drei Jahren, von einem auf 42 Völker ohne Verluste, ohne Behandlung. Wie er das gemacht hat, fragt ihn am besten selber, falls ich ihn dazu bewegen kann sich im Forum anzumelden!!

Meine persönlich Meinung; die Bienen als Wesen ist durchaus in der Lage mit der Varroamilbe klarzukommen, ob es jedes Bienenvolk kann steht auf einem anderen Blatt!!! Meine Erfahrung ist klar, die meisten Verluste habe ich meiner Imkerlichen Inkompetenz zu zuschreiben, und als letztes der Varroamilbe oder PSM !!

Ich gehe davon aus, anhand der mir zur Verfügung stehenden Informationen, dass jeder Imker Bienenvölker am Stand hat die sehr wohl mit der Milbe zugange kommen und auch reichlich Honig eintragen.

Bei mir sind die Völker mit standbegatteten Königinnen und die eigenen Schwärme mit Abstand die Vitalsten. Die Völker mit Reinzuchtköniginnen oder belegstellenbegatteten Königinnen haben sichtbar kleinere Völker und haben Mühe überhaupt in die Gänge zu kommen und sich ausreichend für den Winter zu proviantieren !!! Soweit nach 3 Jahren ...

Der Grund warum ich die Schwärme in derart viel Raum einlogiere kannst du selber erklären, denn das ist auf deinen Mist gewachsen(nochmal etwas das ich von dir angenommen haben :zwinker: ) und scheint sich zu bewähren. Die Bienen orientieren sich an dem ihnen zur Verfügung stehendem Raum und bauen ihr Brutnest ganz anders auf, als wenn ich sie nur im Brutraum einlogiere. Ich beobachte auch bedeuten grössere Brutnester, im Gegenzug zu denen die vom Brutraum her expandieren, die sitzen und brüten viel kompakter und scheuen sich teilweise richtig den 1. Honigraum überhaupt anzunehmen. Mich dünkt es als ob die Bienenvölker Brut &Honigraum einlogiert stärker einwintern, als diese mit nur Brutraum. Ist jedoch meine subjektiver Eindruck !!!

Die Bienen mögen es wohl wenn vorher schon mal ein Bienenvolk in der Behausung war!! Und werden sich auch am alten Wabenbau orientieren. Es ging mir jedoch um etwas ganz anderes mit dieser Aussage, im freien Raum kann sich das Bienenvolk sein Brutnest optimal seinen Bedürfnissen aufbauen. Und da sind für die Bienen die Rähmchen sehr störend, sie würden die Waben bis an die Wand hin bauen und schaffen so ein Kleinklima in ihrer Behausung, wo sie mit einem Minimum an Energie ihr Nest aufwärmen können.

Es gibt diesbezüglich den Begriff Nestdurfwärmebindung --- >>> http://www.immenfreunde.de/nestduft.html

Ein Hinweis meiner britischen Nichtbehandlerfreunde, den ich weiterverfolgte !!!
"Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

in diesem Sinne herzliche Grüsse
Manuel
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » Mo 7. Sep 2015, 22:22

hallo manuel!

ich danke dir für deinen aufschlussreichen bericht.

ich denke, du kommst nun auch ohne meine hilfe klar. lerne von den "problemvölkern". so kommt das WISSEN ganz von alleine.

der aufgesetzte honigraum, hat eine noch bedeutendere Wirkung als die von dir erklärte. diese Wirkung stellt sich aber ganz von alleine ein, solange die völker reichlich mit futter versorgt sind :zwinker:

zum stabil/mobil-bau: wenn dazu jemand eine Diskussion will, dann bitte einen entsprechenden fred eröffnen.

und noch was..............................manuel!!!!!!!!!

Sulz hat geschrieben:ps. ein rat: schau auf die eigenen füsse. die bilder im imkerforum de sprechen bände.


hier meinte ich in keinerweise die volksstärke!!!!!!!!!!!!! nachfragen hätte Klarheit gebracht. :engel:

ist aber nun Schnee von gestern. die aktuellen bilder werden sicher glänzend :zwinker: sein.

lg sulz.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon bienensenn » Di 8. Sep 2015, 09:03

Lieber Sulz!

Sulz hat geschrieben:
ps. ein rat: schau auf die eigenen füsse. die bilder im imkerforum de sprechen bände.



hier meinte ich in keinerweise die volksstärke!!!!!!!!!!!!! nachfragen hätte Klarheit gebracht. :engel:

ist aber nun Schnee von gestern.




Der Schnee von gestern füllt den Bach von heute.

Ich würde gerne wissen, was du genau in den Bildern Manuels gesehen hast.



lg
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Einstein » Mi 16. Sep 2015, 21:23

Wenn ich mir die Beiträge so durchlese, muß ich sagen, ihr behandelt genaus so wie alle anderen auch.
Kommt mir vor wie Wasser predigen und Wein trinken.
Denke ihr solltet zur Kenntnis nehmen, dass unsere Biene kein Möglichkeit genetischer Natur hat, sich gegen die Milbe zu wehren, das kann vielleicht in 1000 Jahren so sein, aber da tut kein Knochen mehr weh, aber im Jetzt und Hier werden wir wohl behandeln müssen, oder keine Völker haben.
Gruß Einstein
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Honig-Klaus » Do 17. Sep 2015, 00:41

Einstein hat geschrieben:Denke ihr solltet zur Kenntnis nehmen, dass unsere Biene kein Möglichkeit genetischer Natur hat, sich gegen die Milbe zu wehren, das kann vielleicht in 1000 Jahren so sein,


Servus Albert,
ich weiß nicht wo Du die Gewißheit oder das Wissen dazu her nimmst für diese Behauptung, eins steht für mich aber ganz sicher fest, Du bzw. die Meisten imkern von Euch mit einer Biene, die über 100 Jahre lang so züchterisch bearbeitet und "verbogen" wurde, dass ihr der "Biß" genommen wurde.
Ich möchte meine Biene nicht mehr missen, gerade weil sie den "Biß" noch hat und die nächsten Jahre werden es zeigen, ob es so ist und sich so verhält wie Du es oben so provokant geschrieben hast.
Jedenfalls sehe ich das aber ganz anders und von einer ganz anderen "Warte" aus!!!

Zum Beispiel räumen meine zur Zeit die Varroen von alleine raus ohne eine Behandlung, dies tun sie jetzt schon seit ein paar Jahren - wenn ich aber die Einstellung von Dir hätte, ich glaube ich würde nicht mehr imkern!
Ein riesen Manko ist, dass die Grundlagenforschung bei unseren Bienen ziemlich in den Hintergrund getreten ist, so wissen wir z.B. viel zu wenig über den Pollen und dessen Auswirkungen auf den Bien, außer dass er der Eiweißlieferant ist - aber Eiweiße haben Auswirkungen auf die Hormonsteuerung u. u. u.
So liegt z. B. die Kodierung der Pollensammlung einer Biene auf dem gleichen Gen wie die Stechlust/Abwehrhaltung einer Biene.

Es gibt hier soviel noch zu entdecken - aber dazu muß ich auch offen sein es zu wollen!!!

Ich hoffe jedenfalls, dass wir nicht noch 1000 Jahre dazu brauchen, bis unsere Bienen die Varroa im "Griff" haben!
Jedenfalls bin ich da sehr guter Hoffnung!!!

LG Klaus
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Udo » Do 17. Sep 2015, 11:19

Honig-Klaus hat geschrieben:Ein riesen Manko ist, dass die Grundlagenforschung bei unseren Bienen ziemlich in den Hintergrund getreten ist, so wissen wir z.B. viel zu wenig über den Pollen und dessen Auswirkungen auf den Bien, außer dass er der Eiweißlieferant ist - aber Eiweiße haben Auswirkungen auf die Hormonsteuerung u. u. u.......


Hallo Klaus,

ich glaube Du bist nicht allein mit diesen Gedanken. In den letzten Jahren habe ich einige getroffen die sich näher mit diesem Thema beschäftigen. Der Vorsitzende des "Zeidlerverein für Nürnberg und Umgebung", Franz Mages; hat mich vor ein paar Jahren mal gefragt "wie man wohl die benötigte Pollenmenge eines Volkes pro Jahr" optisch darstellen könnte, er sprach von ca. 30 kg.

Ich habe das nie ausgerechnet weil mir dazu die Grunddaten fehlten, aber ich glaube das könnte eine sehr respektable Plakatwand sein.

Mir wurde damals schlagartig klar das die Pollenversorgung lückenlos sein muss. Bei festen Standplätzen sollte man wissen wie es um die Pflanzenvorkommen im Flugkreis der eigenen Bienen bestellt ist.

Unsere eigene Eiweißversorgung ist gesichert. Die mancher Bienenvölker sicherlich nicht immer.
Herzliche Grüße
Udo


Wenn du dich zu 100% auf die Tiere einlässt, dann wirst du feststellen daß du dich von den Menschen immer mehr entfernst.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Peter Weber » Do 17. Sep 2015, 20:49

Und wenn dann noch Neonicotinoid belasteter Pollen eingelagert wird, zB aus dem Raps, dann wird es aber richtig heftig!
Gruß Peter
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Honig-Klaus » Do 17. Sep 2015, 21:58

Hallo zusammen,

man braucht wirklich kein Wissenschaftler zu sein, wenn man bedenkt das der Pollen wichtig für das endokrine System (hormonelle Steuerung) der Biene ist.
Ist die Pollenversorgung nicht mehr ausreichend oder die Qualität des Pollens mangelhaft, oder wie in unserer Zeit jetzt sehr stark belastet mit einer Vielzahl von Agrargiften - oft treten alle drei "Problemfelder" sogar zusammen auf, dann haben unsere Bienen ein großes Problem.

Letztes Jahr hat hier auf der Insel Prof. Crailsheim aus Graz einen Vortrag über seine zur Zeit durchgeführten Forschungen vor interessierten Imkern/innen gehalten.
Er erforscht zur Zeit die Qualität des Pollens, die ausreichende Versorungsgrundlage damit und dessen Auswirkungen auf ein Bienenvolk.
Leider wird der Pollen nicht auf PSM-Rückstände untersucht, dafür fehlt das nötige "Kleingeld"!!! - somit wird ein wichtiger Faktor nicht mitberücksichtigt.
Jedenfalls ist diese "Grundlagenforschung" mal ein guter Ansatz, der sich weiter ausbauen ließe.

Meine Völker haben hier auf der Insel zum Glück keine Pollenversorungsprobleme, blüht doch immer was und ausreichend das ganze Jahr hindurch. Mit dem was ich bis jetzt weiß ist dies ebenfalls ein ganz wichtiger Faktor für eine behandlungsfreie Imkerei, genauso wie den Bienen wenigsten einen Teil ihres Honigs zu belassen, damit sie immer gut versorgt sind.

LG Klaus
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Udo » Fr 18. Sep 2015, 18:23

Ich habe für die letzten vier Beiträge ein neues Forum aufgemacht.
Zum Thema "Pollen" bitte dort weiterposten.

viewtopic.php?f=313&t=1512
Herzliche Grüße
Udo


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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Manuel » Mo 21. Sep 2015, 15:02

@ Einstein woher kommst du zu dieser anmassenden Behauptung??? Liest du auch die Berichte von Sulz, Klaus und mir ?? Wir alle drei inklusive Christian und anderen Beteiligten arbeiten teilweise oder ausnahmslos behandlungsfrei. Seit ich Bienen haben arbeite ich absolut ohne Eingriffe gegen die Varroa, selbst ohne Brutentnahme. Und ich habe immer noch eine ordentliche Hand voll Völker und die haben "Biss" wie Klaus es so schön nennt!!!!

Es geht 3-5 Jahre, dann hat sich die Population soweit erholt dass eine produktive Imkerei möglich ist, diese Information habe ich von einer Gruppe englischer Imker welche mit der dunklen Bienen, absolut behandlungsfrei auf Naturbau und mit Schwärmen arbeiten, ausschliesslich Honig füttern und unterdessen teilweise bessere Überwinterungsergebnisse haben wie ihre konventionellen Nachbarn. Informationen aus erster Hand!! Sie haben sogar Berufsimker die behandlungsfrei arbeiten, jedoch den Honig mit Zucker ersetzen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen und selbst das funktioniert!!!

Bei mir geht es noch mindestens ein bis zwei Jahre bis ich diese Information aus eigener Erfahrung verifizieren kann, doch dieses Jahr wintere ich wohl zum ersten Mal, zu 2/3 meines Bestandes wirklich starke Völker ein für meine Verhältnisse. Als Neuling und blutiger Anfänger zahle ich da halt noch mein Lehrgeld, doch es geht definitiv bergauf!!

Mitunter auch dank Sulz, der mir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand!!! Und natürlich auch dank all den anderen die mir immer wieder Mut zugesprochen haben !!!

Herzlichen Dank an euch alle!!!!

()
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in diesem Sinne herzliche Grüsse
Manuel
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » Mo 26. Okt 2015, 10:57

hallo zusammen!
Holzfäller Joe hat geschrieben:
Udo hat geschrieben:...
Wie will ein Zimmermann mit seiner Arbeit fertig werden, wenn er den Nägeln nicht auf den Kopf haut?
:kitzeln: ....


Er schraubt.


kein Zimmermann kann seine arbeit mit "nageln" fertig machen, wenn der "Bauherr" schrauben will :zwinker:

warum denn einfach, wenn es kompliziert auch geht ;)

oder im Klartext:

die einzige zellengrösse bei mittelwänden,(diese benötigen wir aus Lebensmittel hygienischen gründen), ist 5,3mm. alles andere ist betriebsweise. für die bienen ist wachs "nur" Baumaterial.

lg sulz.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » Mo 26. Okt 2015, 14:31

noch ein mir wichtiger nachtrag!

es gibt für mich, aus meiner Erfahrung, keinen grund, ( mal abgesehen von der empfohlenen ablegerbildung) warum dass System "dee lusby" NICHT funktionierten sollte. (kleine zellen, wollen die bienen im brutnest).

aus tierschützerischen gründe, lehne ich dieses System jedoch ab. insbesondere, wenn Bienenvölker mit "plastikwaben" gequält werden.

meine Vorgehensweise, ist zwar einfacher, benötigt aber mehr wissen über das verhalten, bzw. Bedürfnisse der bienen.

dieses wissen, ist aber offenbar schwer weiterzugeben.

dies mal eine Einschätzung der lage aus meiner sicht, welche mich immer mehr zu einem Rückzug veranlasst.

lg sulz.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Christian » Mo 26. Okt 2015, 20:45

Servus Sulz und alle,

Warum gleich zurückziehen? Es führen mehrere Wege nach Rom.
Was ist bei mir mit meinem jetzigen Wissen wichtig, um behandlungsfrei bzw. "behandlungsarm" zu imkern?

1.) GESUNDE Umwelt. 2 Beispiele aus meinem Betrieb: Die heurigen Drohnenvölker von der Gebirgsbelegstelle sind bis jetzt (außer 3, die mit AS behandelt werden mußten) nach wie vor ohne Behandlung! Ein schwaches Drittel ist noch immer 3-räumig und geht auch so in den Winter. Die anderen sind sehr starke 2-räumige. Heimgeholt habe ich sie in der 1. Septemberwoche direkt in die Donauau. Die 3 räumigen konnte ich nicht mehr weiter einengen, da im untersten Raum bunte Pollenbretter aus dem Gebirge und ein bißchen Brut waren, im 2. Raum Brut und Honigkranze und der 3. Raum voll köstlichem Gebirgsblütenhonig. Alle 3 Räume gesteckt voll mit Bienen. Bei all dem Gesagten, darf nicht vergessen werden, sie hatten die ganze Vegetationsperiode 1-2 reine Drohnenwaben für die Varroavermehrung. :zwinker:

2.) Perfekte 4,9er Waben im Brutnest.

3.) 5,1er (oder auch größer) im Honigraumbereich. Die Drohnenvölker werden natürlich ohne Absperrgitter geführt. Die Königin beschränkt im Sommer ihren Aufenthaltsraum auf die unteren 3 Räume (4,9er). Die Völker zur Honiggewinnung haben schon Absperrgitter.

4.) Absolut KEINE PSM. Im Belegstellenbereich gibt es überhaupt keine Landwirtschaft. Wiesen und Schläge auf den Berghängen sind naturbelassen und herrlich bunt.
Auch habe ich heuer zum 1. Mal Völker im hohen Waldviertel belassen. War heute oben und ich muß einfach jubeln ;) :-)) ...
So starke Wirtschaftsvölker hatte ich noch nie!! 18 Zanderwaben gesteckt voll mit Bienen + mehr oder weniger starkes Durchhängen. Wollte ursprünglich schauen, wie das HV bei der letzten Brut ist... Sind vollkommen brutfrei. Absolut gesund und auch keine Milben zu sehen. Keine einzige Virenbiene!!! Nur einmal Anfang August mit As behandelt. Winterbehandlung brauche ich bei diesen Völkern nicht machen. Die Umwelt ist hier auch gut (keine PSM), aber die Wiesen werden gemäht. Diese Völker waren jetzt im Okt. schon einmal im Schnee.

5.) Widerstandsfähigkeit gegenüber Viren!!! Ganz wichtig!!!
Mein Überlebensstand in der Donauau sieht heuer auch gut aus. Es sind Völker, die ein ausgezeichnetes HV zeigen und offensichtlich bis jetzt keine Probleme mit Viren haben. Es sind verschiedene Herkünfte: A.m.m. ,A.m.c. und deren Kombinationen. Die Dunkle sollten wir nicht unterschätzen oder gar vergessen, den sie hat einen ganz ausgezeichneten Putztrieb und der ist eminent wichtig. Ich habe Dunkle aus verschiedenen Herkünften... Den super Putztrieb haben alle.

6.) Möglichst Honig als Futter. Ich weiß, dies ist für viele - in so manchen Jahren auch für mich - sehr schwierig. Aber Honig dem Zuckerwasser beifügen sollten wir unbedingt. Bei 300lt Futter im Verhältnis 3 :2 gebe ich noch gute 100kg Blütenhonig dazu.

7.) Ausreichend Pollen von verschiedenen Pflanzen!! Und POLLEN MUß GIFTFREI sein!!!

Auch meine anderen Völker sind heuer schön bis sehr schön. Aber die Waldviertler oder gar die Drohnenvölker aus 2015 sind in ihrer Stärke und Vitalität unerreicht. Von Giftfreiheit können wir hier im Tullnerfeld nur mehr träumen... Eine Untersuchung von Global 2000 vom Frühjahr 2015 zeigt auf, unter welchen Bedingungen Bodenleben, Insekten und auch Wild bei uns leben muß. http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_ ... enen-Video
In den Nahrungsmitteln bekommen wir's ja dann auch...
Du siehst, Sulz, die Erfahrungen von uns allen werden dann hoffentlich wie Puzzlestücke einmal ein verständliches und praktikables Ganzes ergeben.
lg Christian
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » Mi 28. Okt 2015, 10:54

hallo Christian!

danke für deinen sehr erfreulichen bericht :hallo:

viele wege führen nach Rom. auch ich bin für Vielfalt, statt einfalt.

nun aber etwas anderes.

könntest du mir erklären, wie du es schaffst, starke völker zu erhalten? bzw. was ICH tun könnte, um die volksstärke auf meinen Bienenständen zu verbessern?

zur info. die ersten 2 jahre sind kein Problem, ab dem 3. jahr, fangen die Schwierigkeiten an.

die Milbe trägt sicher ihren teil dazu bei. jedoch glaube ich, dass es auch Massnahmen gibt, die volksstärke zu verbessern, unabhängig der milbenbelastung.

lg sulz.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Manuel » Do 29. Okt 2015, 16:40

@ Sulz
Bezüglich Lusbys Konzept;

Was bei mir seither noch äusserst ungenügend funktonierte ist die Selbstversorgung mit Nektar. Ich musste die letzten Jahre doch grössere Mengen zu füttern um die Bienen mit ausreichend Winter-Proviant zu versorgen.
Vorallem bei Völkern welche schwärmten und den Ablegern ist es sehr prekär mit der Selbstversorung. Völker ohne Schwärme konnten sich mehrheitlich selbst versorgen, doch für eine Honigernte gab es keine Überschüsse.

Ob dies nun an der Bienendichte, der mageren Tracht (obwohl der Bieneninspektor meint wir hätten ein gutes Trachtgebiet) oder den eher kleinen Völkern liegt welche die ersten Trachten nutzen um zu erstarken und danach nichts finden oder es sogar eine Kobination aus allem ist. Enzieht sich momentan meiner Erkenntnis.
Kann es auch sein dass die Bienenvölker keine vernünftige Grösse erreichen wo sie ausreichend Proviant sammeln können ??
Zu solch einer Aussage fehlt mir schlichtweg die Erfahrung. Doch wenn ich die Bienenvölker und teils rappelvollen Kisten meiner behandelnden Nachbarn anschaue, dann kommen mir manchmal schon die Zweifel ...

Doch zumindest die Selbstversorgung mit Honig plus einem bescheidenen Überschuss, sehe ich im Moment kritisch. Es gibt sogar Standorte da habe ich nun seit 3 Jahren immer füttern müssen. Da bin ich drauf und daran die Zelte abzubrechen, trotz der vermeintlich guten Lage und der geringen Bienendichte...

Letztes Jahr war für mich traumatisch, da habe ich alle füttern müssen. Mir wären sonst schlichtweg die Bienen verhungert... Mein Nachbar hat dafür wunderbar dunklen Honig geschleudert, da habe ich mich dann schon gefragt was ich hier eigentlich mache und was für Bienen ich da halte ...
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Peter Weber » Fr 30. Okt 2015, 23:40

Nun Manuel, warum denkst Du denn das im allgemeinen die schwarmfreie Imkerei empfohlen wird.
Ohne Futter wurde aus den auch zeitig gebildeten Ablegern nichts. Es war gerade mal CA. 3 kg Honig drin.
Diese wären bis Ende August fertig gewesen.
Ich hatte dieses Jahr wenige Milben. Aber auch diese wenigen brachten bei 3 Völkern Virenschäden ,die zum Verlust führten.
Ich würde Dir mal eine Waage empfehlen, wo Du mal kontrollieren kannst wie die Futterbilanz in Wirklichkeit aussieht.
Bis jetzt sind es nach der Linde Abnamen von um 12 kg. 8 sind es geplant bis Ende März und dann sind es nochmal 5 Reserve bis wieder was rein kommt. Du brauchst also um 25 kg. Ob Honig oder Zucker, das ist hier nicht die Frage.
Mit darbenden Völkern wirds bei Dir nie was.
Warum versuchst Du gegen die Regeln des Faches das Ziel zu erzwingen.
Und die Dunklen sind nun mal schwarmfreudiger wie andere Linien.
Wenn Dein Imkerfreund schönen Honig ernten könnte ist die Tracht doch auch gut.Was hat er für eine Rasse oder Linie?
Gruß Peter
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Manuel » Di 3. Nov 2015, 10:05

Hallo lieber Peter,

der Grund wieso ich diesen Pfad beschreite muss ich offenbar mal in einem gesonderten Tread unterbreiten, das führt hier zu weit.

Nur soweit meine Intention liegt auf einer behandlungsfreien Bienenhaltung, weil dies für die Zukunft eminent wichtig ist und mir geht es darum heraus zu finden, warum wir diese Probleme haben und wo die Lösung zu finden ist.

Viele Imker arbeiten mit gebietsfremden Bienenrassen und nach meiner momentanen Erkenntniss, hätten wir ohne den Raffinadezucker auch keinen Ertrag mehr. Mich stimmt das sehr bedenklich, wenn ich den Zucker im Austausch des Honigs nehme, anstatt mein Umfeld soweit wiederherzustellen, dass sich jegliche Fütterung ergibt. Denn eins ist sicher, Zucker ist lediglich eine Krücke und bei weitem unter der Güte von Honig!!! Für uns wie für die Bienen, ich beobachte das an meinem Sohn, wie bei den Bienen.

Was die schwarmfreudigkeit der dunklen Biene anbelangt, da kann dir Sulz sicher mehr dazu sagen wie ich, jedoch haben die Völker die schwärmten meistens einen starken Schwarm abgegeben während der Rapsblüte und dann war schluss. Soweit meine Beobachtungen der letzten drei Jahre. Auch schwärmten sie im ersten Jahr nach der Ablegerbildung, dass ein Volk jedes Jahr schwärmt habe ich seither an meinen Völkern noch nicht erlebt!

Der Nachbar mit dem dunklen Honig 2014, hat Carnica!
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » Di 3. Nov 2015, 11:42

hallo zusammen!

das schwärmen der bienen gehört in einen eigenen fred, denn es betrifft unbehandelte, wie auch behandelte völker.

ich betreibe Schwarmbienenzucht. diese hat mich mein meister auch so gelernt.

ich stelle dabei aber die moderne königinnenzucht, nicht in frage. denn diese ist viel einfacher, und führt eher zum ziel.

es gibt schwarmfördende Massnahmen, wie auch schwarmhemmende. der abgang des ersten schwarms, auf einem Bienenstand, hemmt das schwärmen der anderen völker.

Fazit: mit 1-2 schwärmen pro jahr und stand, kann der schwarmtrieb kontrolliert werden. dabei kann ICH entscheiden welches Volk (Genetik) sich vermehrt. dies funktioniert mit allen rassen.

das verstehen, des Lebewesen "bien", scheint mir immer mehr oberstes gebot zu werden.

z.b. welcher imker, glaubt denn schon daran, dass 4,9er zellen im brutnest, auch mit 5,3er mittelwänden erreicht werden kann.

lg sulz.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Peter Weber » Di 3. Nov 2015, 12:57

Manuel
Du schriebst , das Du die Futterbilanz nicht beherrschst.
Ich habe AUSDRÜCKLICH nicht den Zucker in den Vordergrund gestellt und nur darauf verwiesen das die Billanz stimmen muß.
Bei Dir stimmt sie nicht und Du hast das zu ändern. Wie ist Dir überlassen.
Hast Du denn mal Daten von den Mengen die bei Dir reinkommen?
Über den Zucker hatten wir schon vor Deiner Zeit lange genug geschrieben.
Gruß Peter
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Manuel » Mi 4. Nov 2015, 11:31

Hallo Peter,

Nein ich habe keine Daten von meinen Ständen. Ich kann dir jediglich die Standesdurchschnitte meiner Nachbarn (dunkle Biene 18 kg - Carnica 40kg) und den Landesdurchschnitt (27,5kg) nennen.

Letztes Jahr Nachbarn (dunkle Biene 16 kg-Carnica 30kg) Landesdurchschnitt 14,2 kg.

Wobei dies verschiedene Gegenden sind, Bsp. Schaffhausen Durchschnitt FrühjahrshonigernteRaps (15-20kg), Zürich (5-10kg)

Gesamternte Schaffhausen (30kg Durchschnitt), Zürich (19 kg Durchschnitt). Schaffhausen hat viel Raps und viele Carnica Imker. In Zürich tendiert es mehr zu dunkler Biene und Standbegattung...

Der eine mit der dunklen Biene entnimmt keinen Honig aus dem Brutraum, d.h. er hätte hypothetisch eine grössere Honigausbeute, muss dafür entsprechen weniger Füttern, er betreibt Schwarmbienenzucht und ersetzt im Herbst die eine oder andere Königin durch Zuchtköniginnen der dunklen Biene.

Der andere ist Carnica Züchter, geht auf die Belegstation und verhindert konsequent jeden Schwarm.

Die beiden Nachbarn sind in verschiedenen Gegenden zu Hause...
"Unmöglich", sagte der Stolz. "Riskant", sagte die Erfahrung. "Sinnlos", sagte die Vernunft. "Probier's doch aus", flüsterte das Herz.

in diesem Sinne herzliche Grüsse
Manuel
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Peter Weber » Mi 4. Nov 2015, 15:08

Der Unterschied ist ja gewaltig.
Die Dunkle ist ja da bei der Hälfte!
Ich würde zumindest mal versuchsweise Paar Dadant mit CA oder BU laufen lassen.
Mein Imkerfreund hat grundsätzlich eine reine Honigzarge im Winter, und kann trotzdem ernten.
Ich bin eher bei 1/2 zu 1/2.
Die Milbenbelastung ist sehr unterschiedlich. Zwischen sehr wenigen und 2x 600 ist alles vertreten. Weniger sind es allemal zu dem Vorjahr.
Aber 3 sind trotzdem kaputt, weil ich konsequent auf As verzichtet habe.
Gruß Peter
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » Do 5. Nov 2015, 11:38

hallo zusammen!

berechnet doch mal eure futterbilanz auf eurem betrieb!!!!!!!!

ich gehe dabei wie folgt vor:

Futtervorrat ende 2015...........minus Futtervorrat ende 2014.......plus honigernte 2015.....minus zugeführte menge an futter 2015.

Bilanz bei mir:

-Gesammtbetrieblich....plus ca 70 Kilo....(14 völker=5 Kilo pro Volk)

bei den einzelnen Völkern:

-das beste ( starkes Volk).......plus ca 35 Kilo....(ernte 25 Kilo.......10 Kilo zusätzlicher vorrat)
-das schlechteste (schwaches Volk)........minus ca 25 Kilo.

die sammelleistung, nimmt überproportional, zur volksstärke zu................jedoch ist diese aussage mit Vorsicht zu betrachten.

"hüngeler", z.b. sind bei mir im langjährigen durchschnitt, dem "brüter" in der Bilanz überlegen. an anderen Standorten, kann dies auch umgekehrt sein.

Fazit: rasse, sowie die betriebsweise, ist abhängig vom Standort.

lg sulz.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Peter Weber » Do 5. Nov 2015, 22:20

Danke Sulz
Die Rechnung ist gut und wichtig zur Beachtung.
Vom Überschuß muß sich unsere Imkerei rechnen, inkl. Nebenkosten und Arbeitszeitdifferenz.
Wenn dann immer noch Gück und Zufriedenheit dazukommt ist alles palettie.
Schönen Feierabend
Gruß Peter
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » Fr 27. Nov 2015, 13:29

hallo zusammen!

nach diversen diskusionen mit imkern, komme ich nun zum schluss:

bei der behandlungsfreien bienenhaltung, ist nicht das WIE entscheidend, sondern vielmehr das ab WANN damit begonnen werden will.

aus meiner sicht, gibt es noch kein "Rezept", welches bei allen Standorten funktioniert. die eigene Erfahrung am eigenen Standort, ist mindestens genauso wichtig, wie die "grundrezepte" an anderen Standorten.

Fazit: das Grundwissen, d.h. die Erfahrung, der imker, welche erfolgreich ohne Behandlung imkern, ist das eine...........................ersetzt aber nicht die eigene Erfahrung.

schon mit einem Bienenvolk, welches ohne Behandlung geführt wird, bringt viel Erfahrung, und wissen über den eigenen Standort. ( ein Volk reicht vollkommen, es müssen nicht 10 sein)

lg sulz.
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Re: behandlungsfreie bienenhaltung

Beitragvon Sulz » Di 1. Dez 2015, 11:06

hallo zusammen!

noch etwas, mir wichtiges, zur reinvasion.

wenn bei Bienenvölker die Behandlung ausgesetzt wird, so kann es bei dem einen oder anderen Volk zum Exit durch die Milbe kommen.

dabei kommt es zu einer reinvasion in die umliegenden völker.

zu berücksichtigen gilt es nun:

der schaden, welcher durch die reinvasion in anderen Völkern entsteht, ist in behandelten Völkern (ohne eigene milbenabwehr) deutlich höher, als in Völkern ohne Behandlung/resistent (mit eigener abwehr).

Fazit: wird bei Völkern die Behandlung ausgesetzt, so ist auch darauf zu achten, dass genügend völker zum "auffangen" der (möglicherweise entstehenden ) reinvasion vorhanden sind.

lg sulz.
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