Beuten aufstellen, Ständer

Beuten aufstellen, Ständer

Beitragvon Gast1738 » Fr 5. Jul 2013, 12:10

Hallo miteindander,
habt Ihr auch so viele Ameisennester und Ohr/zwicker/kneifer/wuseler in den Beutendeckeln? Die sind sogar bei den Ablegern in den Ecken, wo bisher noch keine MW sind.
Ich denke das mich das mehr stört als die Bienen. Darum dachte ich weil schon gesehen, ich stell die Beuten auf ein Metallgestell. Die Füße des Gestells haben umlaufende "Becherchen" mit Dach, die dann mit Salatöl gefüllt werden. Dann kommt keine Schnecke und Ameisen mehr hoch in die Beute.
Würde dabei das Mirkroklima im Stock auch leiden?
Was macht Ihr denn, oder ist das egal?

Viele Grüße
Michael

PS:habe als Isolierung Filzmatten. Da können die sich gut einnisten. Evtl tausche ich die dann auch aus.
Wo gibt es denn so Faserplatten aus Pressholz oder ähnlichem Material?
Gast1738
 

Re: Beuten aufstellen, Ständer

Beitragvon Honig-Klaus » Fr 5. Jul 2013, 21:15

Hallo Michael,

die Ohrkneifer tun den Bienen nicht´s und ich bin jedes mal froh, wenn ich welche zu Gesicht bekomme, mit den Ameisen kann das schon eine ganz andere Angelegenheit werden, gerade bei schwachen Völkern und Ablegern können die eine richtige Plage sein! Die kleineren Ameisen nutzen meist nur den Deckelbereich und die Falze der Zargen (wenn vorhanden) um dort ihre Eier hinzubringen. Diese nutzen dann die Wärme des Bienenstockes aus um die Eier auszubrüten, außerdem fällt ja auch immer was ab bei den Bienen - das sieht man gerade auf den Windeleinlagen, hier tummeln die sich recht gerne um Pollen, Varroen ect. zu holen!
Wenn Du große Waldameisen im Bienenstock haben solltest, kannst Du nur noch abwandern bzw. Dir einen anderen Standplatz für Deine Bienen suchen, denn die räumen Dir wirklich das komplette Volk aus. Hab das selbst mal erlebt! - konnte zum Glück noch rechtzeitig abwandern!
An meinen Ständen an der Küste habe ich Unmengen von kleinen Ameisen, die ersten Ständer waren bei mir dort aus Metall, hier habe ich die Ständerfüsse mit einem speziellen Kleber eingestrichen (der heißt hier: Cola contra ratones) und wird gegen Mäuse eingesetzt - aber den muß es bei euch auch geben. Nur an diesem Kleber bleibt wirklich alles haften, auch die Bienen, hatte auch schon Vögel dran hängen.
Daraufhin habe ich nicht´s mehr davon genommen und mittlerweile helfen sich die Bienen selbst - sie kitten viel mehr - d.h. tragen dort viel mehr Propolis ein als auf den anderen Ständen wo kaum Ameisen sind und kleinstern damit rund um das Bodengitter, die Falze, Rähmchen ect. ein. Zum Bearbeiten der Völker ist das schon nervig, alles klebt danach - muß jedesmal danach den Smoker, Stockmeisel... von Propolis befreien, geschweige meine Finger!
Wie gesagt, für die starken Völker sind die Ameisen überhaupt kein Problem - außer den Waldameisen!

Das Metallgestell für Bienenvölker wie Du es schilderst ist eine gute Alternative um Ameisen fern zu halten, solange genug Öl in den Wännchen steht und kein Wasser dazu kommt - evt. überbrücken die Ameisen sogar solche Hinternisse indem sie über die "Leichen" ihrer Artgenossen steigen, um an ihr Ziel zu gelangen.

Die Faserplatten bekommst Du in "D" in einer Holzhandlung - jedenfalls habe ich mir die damals dort besorgt. Die gibt es in verschiedenen Stärken - mußt schauen, was Du da brauchst!

Gruß
Klaus
Benutzeravatar
Honig-Klaus
Zucht- & Imkerberater
Zucht- & Imkerberater
 
Beiträge: 469
Registriert: Fr 11. Jan 2013, 03:35
Wohnort: Teneriffa
Ich imkere seit: 1. Apr 1972
Rähmchenmaß: Zander normal
Beruf: Imkermeister

Re: Beuten aufstellen, Ständer

Beitragvon Udo » Sa 6. Jul 2013, 07:00

Hallo Klaus,
Honig-Klaus hat geschrieben:An meinen Ständen an der Küste habe ich Unmengen von kleinen Ameisen

das deckt sich mit dem was ich auf La Palma gesehen habe, dort waren es auch Unmengen und auch auf dem Zwischendeckel.
Im letzten Jahr hatte ich das auch bei einem Mini Plus Völkchen ziemlich stark, in diesem Jahr sind an der gleichen Stelle nur vereinzelt diese kleinen Ameisen und eigentlich nur auf der Windel.

An dem geplanten Überwinterungsplatz habe ich vor ein paar Wochen einen kleinen Schwarm abgestellt weil ich ihn nicht in der Nähe der SC Völker haben wollte. Der hatte reichlichen Besuch von großen Waldameisen, wenn ich es richtig gesehen habe von der roten Waldameise. Somit kann ich den Platz zur Überwinterung der Völker wohl vergessen. :oops:
Herzliche Grüße
Udo


Wenn du dich zu 100% auf die Tiere einlässt, dann wirst du feststellen daß du dich von den Menschen immer mehr entfernst.
Benutzeravatar
Udo
 
Beiträge: 1521
Registriert: So 21. Okt 2012, 14:46
Wohnort: Köln
Ich imkere seit: 1. Mai 1985
Rähmchenmaß: Dadant & FZ
Bienenrasse/n: Carnica Bukovsek

Re: Beuten aufstellen, Ständer

Beitragvon Honig-Klaus » So 7. Jul 2013, 14:26

Hallo Udo,

Udo hat geschrieben:Somit kann ich den Platz zur Überwinterung der Völker wohl vergessen.

nicht unbedingt, denn die Waldameisen haben einen Laufbereich um ihr Nest, der beläuft sich bei der "Großen Waldameise" auf 75 - 100 m und bei der "Kleinen Roten Waldameise" bis auf 120 m im Radius um das Nest.
Meine Völker standen damals 70 m weg von zwei riesigen Nestern der Roten Waldameise und ehe ich mich versah, fand ich in den Völkern keine offene Brut mehr - die hatten sich die Ameisen geholt!
Aber wenn Ihr diesen Laufbereich der Waldameisen berücksichtigt kann man/frau dort auch Bienenvölker hinstellen - ich würde heute einen "Sicherheitsabstand" von mind. 200 m von den Nestern einhalten, um auf der sicheren Seite zu sein!

Was interessant für Dich Udo vielleicht zu wissen ist, das im Nürnberger Reichswald kleinere Nesterverände von der Großen Waldameise vorkommen -
diese gibt es in Deutschland nur noch an wenigen Stellen!
Die Große Waldameise kommt meist in monogyner Form vor mit einer einzelnen Königin, d.h. die Nester sind einzeln, kommen in keinem Nesterverband vor - selten gibt es von dieser die polygyne Form mit einer einzelnen Königin, d.h. Vorkommen in kleinen Nesterverbänden, wie bei euch im Nürnberger Reichswald!
Die Kleine Rote Waldameise kommt nur in polygyner Form vor mit vielen Königinnen (bis zu 5000!, die bis zu 20 Jahre alt werden können!)

Anmerkung: Die kleine Rote Waldameise ist für die Waldimkerei (für Wald- und Tannenhonig) und der Waldhygiene die wichtigere Waldameise.


LG Klaus
Benutzeravatar
Honig-Klaus
Zucht- & Imkerberater
Zucht- & Imkerberater
 
Beiträge: 469
Registriert: Fr 11. Jan 2013, 03:35
Wohnort: Teneriffa
Ich imkere seit: 1. Apr 1972
Rähmchenmaß: Zander normal
Beruf: Imkermeister

Re: Beuten aufstellen, Ständer

Beitragvon Udo » So 7. Jul 2013, 15:47

Hallo Klaus,

da läßt sich doch ansetzen. Der Standplatz ist eine ehemals anerkannte Belegstelle des Zeidlervereins. Bestehend aus einem Bienenhaus das 4 x 2,5 Meter groß ist und daran ist dann noch einmal ein Aufenthaltsraum in der gleichen Größe.
Das eingezäunte Gelände hat etwa 50 x 50 Meter, so genau weiß ich es nicht und müsste es mal abmessen, es kann auch größer sein. Auf dem Gelände verteilt sind Halterungen für die Doppel-EWK's.
Es bestünde dann die Chance die Bienen statt im Bienenhaus frei aufzustellen. Ich schaue mir das in den nächsten Wochen noch mal genauer an. Ich mache dann mal Fotos damit man sich einen Eindruck verschaffen kann.
Herzliche Grüße
Udo


Wenn du dich zu 100% auf die Tiere einlässt, dann wirst du feststellen daß du dich von den Menschen immer mehr entfernst.
Benutzeravatar
Udo
 
Beiträge: 1521
Registriert: So 21. Okt 2012, 14:46
Wohnort: Köln
Ich imkere seit: 1. Mai 1985
Rähmchenmaß: Dadant & FZ
Bienenrasse/n: Carnica Bukovsek

Re: Beuten aufstellen, Ständer

Beitragvon Christian » So 7. Jul 2013, 21:36

Servus miteinander,
Ich hatte vor Jahren einmal einen Waldwanderstand, bei dem es alle 20-30m einen Haufen der kl roten Waldameise gab. Beim Arbeiten mußte man aufpassen, nicht in eine Ameisenstraße zu treten. In den Völkern hatte ich Ruhe von den Ameisen, aber alle Bienen die vor dem Flugloch zu Boden fielen, waren Opfer der Ameisen. Habe dann Brettchen vor die Fluglöcher schräg aufgestellt und es war Ruhe. Was ich bemerkte war, daß die Aggressivität der Bienen am Flugloch deutlich zu nahm.
Offensichtlich hängt es auch vom natürlichen Nahrungsangebot für die Ameisen ab, ob sie sich von den Bienen vertreiben lassen oder nicht.
Habe den Platz aber trotzdem aufgegeben, da es jedes Jahr Melizitose gab - durch die grüngestreifte und die grau-grün gescheckte Fichtenlachniden. Beide benötigen die Waldameisen und beide produzieren Meli.
lg Christian
Benutzeravatar
Christian
Zucht- & Imkerberater
Zucht- & Imkerberater
 
Beiträge: 1055
Registriert: Sa 3. Nov 2012, 21:02
Wohnort: Zöfing
Ich imkere seit: 15. Mai 1966
Rähmchenmaß: Zander
Beruf: Erwerbsimker
Bienenrasse/n: Carnica
Völkerzahl: 350


Zurück zu Bauanleitungen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast

cron