Ergebnisse des DeBiMo

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Beitragvon Franz Emmerig » Di 1. Okt 2013, 15:34

Liebe Kollegen,

hier ein Auszug aus dem Zwischenbericht des DeBiMo 2012 zu Fungizid- und Insektizideinträgen:

"218 Bienenbrotproben vom Frühjahr und Sommer wurden von der LUFA nach Speyer auf Rückstände von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen (391 Wirkstoffe und deren Metaboliten) untersucht. Von den 391 nachweisbaren Substanzen (Wirkstoffe oder Metabolite von Wirkstoffen) wurden 61 oberhalb der jeweiligen Bestimmungsgrenze in den Bienenbrotproben nachgewiesen. Weitere 11 Substanzen wurden nur in Mengen unterhalb der Bestimmungsgrenze mit einer Häufigkeit von 1 bis 3 (insgesamt 15 Nachweise) gefunden. Bei den 218 untersuchten Bienenbrotproben wurden in 197 Proben (90,4 %) Pflanzenschutzmittel-Rückstände nachgewiesen. Die größte Häufigkeit bei den Fungiziden hat der Wirkstoff Boscalid mit 121 Proben (57,6 % der Proben, max. 2.683 μg/kg). Bei den Insektziden wurde mit der größten Häufigkeit Thiacloprid mit 132 Proben (60,6 % der Proben, max. 498 μg/kg) nachgewiesen."

Wer den Bericht haben möchte, bitte PN senden.
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Re: Ergebnisse des DeBiMo

Beitragvon Holzfäller Joe » Mi 2. Okt 2013, 11:02

Hallo Franz

Franz Emmerig hat geschrieben: Fungiziden...Wirkstoff Boscalid...Insektziden ...Thiacloprid mit


zu welchen wirkstoffgruppen gehören diese substanzen? sind es unsere geliebten neonics?

Danke LG JEns
Der Klügere Gibt nach ist das gleiche wie Vollidioten an die macht!

Kaum macht man es richtig, funktioniert es auch!
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Re: Ergebnisse des DeBiMo

Beitragvon Viennasissi » Mi 2. Okt 2013, 12:22

Servus Jens,

Letzteres gehört zu den Neonics, das Boscalid weiss ich nicht.
Liebe Grüße
Elisabeth


Ich bin Pessimist für die Gegenwart, aber Optimist für die Zukunft.
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Re: Ergebnisse des DeBiMo

Beitragvon Peter Weber » Mi 2. Okt 2013, 21:11

Hallo Franz
Steht der Bericht wieder auf der Hohenheimer Seite. Ich habe 2010 u. 11 mitgemacht und wurde nach meinem Ersuchen meine persönlichen Daten ausgehändigt zu bekommen und ich mit dieser Forderung in die Öffentlichkeit gegangen bin ( im dt Forum und im Bienenjournal sowie verschiedene Mitarbeiter) von der weiteren Mitarbeit ausgeschlossen.
Ein Schelm wer böses dabei denkt. Meinen 2010er Bericht habe ich dann bekommen , den 11er nicht mehr, 12 nahm ich nur noch am EUMonitoring teil (Abdespeckte Variante ohne Bienenbrotuntersuchung) Denn nur bei der Bienenbrotuntersuchung kommt alles ans Licht.
Gruß Peter
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Re: Ergebnisse des DeBiMo

Beitragvon Honig-Klaus » Mi 2. Okt 2013, 23:22

Hallo Peter,

Peter Weber hat geschrieben: Denn nur bei der Bienenbrotuntersuchung kommt alles ans Licht.


da hast Du vollkommen recht!
Meine vergangenen Versuche mit PSM geschädigten Völkern zeigten eindeutig, dass der eingetragene Pollen zum Teil so stark mit PSM kontaminiert war und ist, dass von mir gebildete Kunstschwärme und Ableger die ich auf solche Bienenbrotwaben gesetzt habe, entweder innerhalb kürzester Zeit die ganzen Bienen starben, oder die Brut über einen längeren Zeitraum immer wieder abstarb!

Nach den Bienenbrotuntersuchungen der letzten Jahre würde ich mittlerweile sagen, dass sich Pollen aus den meisten Gegenden dieser Erde zum menschlichen Verzehr nicht mehr eignet - die Belastungen des Pollen nehmen jedes Jahr zu - und trotzdem wird von unseren zuständigen Stellen weiter die Varroa als der Hauptverantwortlicher für das Bienensterben angesehen!
Ich gehe auch noch soweit, dass ich sagen möchte, für unsere Bienen ist solch ein belasteter Pollen, auch wenn es nur geringe Mengen sind, schädlich - und Langzeitauswirkungen solch belastetem Bienenbrotes auf unsere Bienenvölker müssten noch wissenschaftlich getestet werden, wenn Imker dies tun, zählt das alles nichts!

LG Klaus
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Re: Ergebnisse des DeBiMo

Beitragvon Peter Weber » So 6. Okt 2013, 10:30

Hier der Link dazu
https://www.uni-hohenheim.de/fileadmin/ ... t_2012.pdf

Das ist eine erschreckende Vielfalt an Mitteln ,welche gefunden werden.
Was diese im einzelnen Bedeuten und in den Völkern verursachen konnte mir bisher keiner erklären.
Spitzenreiter sind wieder mal Boscalid und Thiacloprid.
Gruß Peter
Ich hoffe das der Link geht.
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Re: Ergebnisse des DeBiMo

Beitragvon Honig-Klaus » Di 8. Okt 2013, 00:08

Hallo zusammen,

habe jetzt endlich die Bienenbrot-Rückstandsuntersuchungen der letzten Jahre gefunden - einfach mal als Vergleich was sich hier tut:
d.h. die belasteten Proben sind von 2005 an, hier 76% bis 2010 auf über 90,4% gestiegen!

Bienenbilder Okt.13 314.JPG

Bienenbilder Okt.13 313.JPG


Dieser Satz sagt eigentlich alles:
"Zwar wurden keine direkt bienentoxische Konzentrationen nachgewiesen, jedoch gibt der Nachweis des Cocktails (hier. des "Giftcocktails"!)
an Pflanzenschutzmittelrückständen in Pollen Anlass, die kombinatorische sowie chronische Wirkung der Substanzen auf Bienenvölker zu untersuchen".
"Hierzu sind gezielte Experimente notwendig".

Im Grunde wissen wir nicht, wie all diese Mittel zusammen auf unsere Umwelt, uns und unsere Bienen wirklich wirken!
Also Cocktail ist hier wirklich milde ausgedrückt!

Also warten wir geduldig weiter auf die "gezielte Experimente" und sehen weiter zu, wie unsere Bienen sterben und jedes Jahr gibt es dann diese
Bienenbrot Rückstandsuntersuchung zur Beruhigung unseres Gemütes.

Und jedes Jahr kommt sicherlich auch wieder der Satz: "Es wurden keine direkt bienentoxische Konzentrationen nachgewiesen", obwohl die Belastungen jedes Jahr steigen!!! :doll:

LG Klaus
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Re: Ergebnisse des DeBiMo

Beitragvon Honig-Klaus » Mi 9. Okt 2013, 14:18

Hallo zusammen,

mir kam gerade so ein Gedanke zu den Neonicotinoiden wegen der Nachweisbarkeitsgrenze dieser.
Da die Neonic´s eine sehr hohen Toxizität für unserer Bienen haben, sind sicherlich auch die zum Einsatz kommenden Dosierungen sehr niedrig von der Nachweisbarkeitsgrenze her, da kleinste Menge schon ihre fatale Wirkung (die mittlerweile ja jedem Imker bekannt sein sollten) zeigen.

Zu der Gruppe der Neoinicotinoiden zählt auch der als "nicht bienengefährlich" eingestufte Wirkstoff Thiacloprid oder Acetamiprid.
Thiacloprid ist hier bei den DeBiMo-Untersuchungen als häufigstes nachgewiesenes Insektizid vertreten!

Beim DeBiMo-Projekt liegen die Bestimmungsgrenzen je nach Substnaz zwischen 3 und 15 Microgramm/Kg Bienenbrot.

Ich denke auch deshalb ist es kaum möglich einen opjektiven Nachweis von Neonicotinoiden wie: Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam
zu erbringen, da bei diesen anscheinend wirklich die Nachweisbarkeitsgrenze kleiner ist als 3 Microgramm/Kg, was ich auch ersehen kann aus den obigen Rückstandsuntersuchungstabellen.

Vielleicht weiß hier ja jemand von Euch mehr oder genaueres drüber.

LG Klaus
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Re: Ergebnisse des DeBiMo

Beitragvon Christian » Mi 9. Okt 2013, 22:45

Honig-Klaus hat geschrieben:Hallo zusammen,
mir kam gerade so ein Gedanke zu den Neonicotinoiden wegen der Nachweisbarkeitsgrenze dieser.
Da die Neonic´s eine sehr hohen Toxizität für unserer Bienen haben, sind sicherlich auch die zum Einsatz kommenden Dosierungen sehr niedrig von der Nachweisbarkeitsgrenze her, da kleinste Menge schon ihre fatale Wirkung (die mittlerweile ja jedem Imker bekannt sein sollten) zeigen.
LG Klaus


Servus Klaus,
Für die genauen Grenzen müßte ich im Melissa Projekt suchen. Finde sie momentan nicht. Ist für uns auch nicht so wichtig, denn seit Pettis aus den USA und Alaux aus Frankreich unabhängig voneinander festgestellt haben, daß selbst so geringe Dosen, die nicht mehr nachweisbar sind, für Bienen sogar noch tödlich sein können, sind meiner Meinung nach so manche Untersuchungsergebnisse nur mehr Makulatur.
lg Christian
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